Die Qualitätsberichte der Krankenhäuser

Diese sogenannten „strukturierten Qualitätsberichte“ stellen die Krankenhäuser dann den Krankenkassen zur Veröffentlichung zur Verfügung. Diese müssen die Qualitätsberichte aller Krankenhäuser anschließend im Internet veröffentlichen. Die Qualitätsberichte werden auf verschiedenen Homepages angeboten, z.B. auf dem Krankenhausportal der Deutschen Krankenhausgesellschaft und der Länderkrankenhausgesellschaften oder auf der Internetseite für Versicherte der AOK und die Öffentlichkeit. Was haben Sie als Patientin oder Patient und andere Interessierte von den gesetzlichen Qualitätsberichten und worauf müssen Sie besonders achten, wenn Sie bestimmte Informationen über ein Krankenhaus oder eine Fachabteilung eines Krankenhauses suchen?

Die Qualitätsberichte der Krankenhäuser sollen  für Patientinnen und Patienten verständlich formuliert sein. In der Praxis stellt sich jedoch heraus, dass es nicht einfach ist, Qualitätsberichte zu verstehen. Nachstehend ist eine kleine Anleitung:

Ein Qualitätsbericht besteht aus folgenden Teilen:

  • A. Angaben, die für das ganze Krankenhaus gelten.
  • B. Angaben zu den Fachabteilungen oder Organisationseinheiten, zu den durchgeführten Behandlungen und den behandelten Krankheiten – jeweils mit Angaben darüber, wie oft etwa eine Operation im Jahr durchgeführt wurde.
  • C. Maßnahmen und Projekte der Qualitätssicherung, an denen das Krankenhaus teilnimmt.
  • D. Internes Qualitätsmanagement, also systematische Strategien und Maßnahmen, die dem Krankenhaus helfen, kontinuierlich besser zu werden.

Besonders interessant für Patienten ist der Teil B: "Angaben zu den Fachabteilungen oder Organisationseinheiten".  Dieser Teil enthält u.a.:

  • die Struktur- und Leistungsdaten für die einzelnen Organisationseinheiten und Fachabteilungen des Krankenhauses
  • das medizinisch-pflegerische Angebot sowie
  • der nicht-medizinische Service (z. B. räumliche Ausstattung, Verpflegung, besondere Einrichtungen und Angebote)
  • Tabellen der Krankheiten (Hauptdiagnosen) 
  • Behandlungen (Prozeduren), die in der jeweiligen Fachabteilung am häufigsten vorkommen und in denen das Krankenhaus seine besondere Kompetenz ausweist möchten (Kompetenzdiagnosen und -prozeduren).
  • Angaben über Möglichkeiten ambulanter Behandlung
  • Ausstattung mit medizinischen Geräten
  • Qualifikation des Personals.

Er gliedert sich dementsprechend in folgende Abschnitte:

  • Diagnosen nach ICD:

„ICD“ steht für die "internationale Klassifikation der Krankheiten" („International Classification of Diseases“) der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In einer Tabelle macht das Krankenhaus Angaben zu den (mindestens) zehn bis (höchstens) 30 häufigsten Hauptdiagnosen nach ICD, sortiert nach der Anzahl der Patientinnen und Patienten, die aufgrund dieser Erkrankung behandelt wurden. In der Tabelle der Kompetenzdiagnosen kann das Krankenhaus Krankheiten aufführen, für deren Behandlung es besondere Kompetenz ausweisen möchte oder an denen es ein besonderes (z. B. auch wissenschaftliches) Interesse hat.

  • Operationsschlüssel: Prozeduren nach OPS:

Der Operationsschlüssel nach § 301 SGB V (OPS) ist eine Klassifikation der Operationen, Eingriffe und sonstigen (auch diagnostischen) Prozeduren und Untersuchungen.  In diesem Kapitel werden die (mindestens) zehn bis (höchstens) 30 häufigsten Prozeduren nach dem OPS dargestellt. In der Tabelle der Kompetenzprozeduren kann das Krankenhaus Prozeduren darstellen, für die es besondere Kompetenz ausweisen möchte oder ein besonderes (z. B. auch wissenschaftliches) Interesse hat.

  • Ambulante Behandlungsmöglichkeiten:

Viele Krankenhäuser bieten auch ambulante Behandlungsmöglichkeiten an. In diesem Kapitel kann das Krankenhaus angeben, welche Ambulanzen in den jeweiligen Fachabteilungen angeboten werden.

  • Apparative Ausstattung:

Die Fachabteilung stellt hier dar, welche Geräte ihr für die Feststellung und Behandlung der Krankheiten ihrer Patientinnen und Patienten zur Verfügung stehen (außer Geräte, die zur üblichen Ausstattung eines Krankenhauses gehören).

Diese Angaben können Patienten weiterhelfen, wenn ein spezielles Gerät oder Verfahren für die Behandlung erforderlich ist. Der Umfang der apparativen Ausstattung ist als Hinweis auf die Strukturqualität des Krankenhauses.

  • Personelle Ausstattung:

Hier geht es um Anzahl und Qualifikationen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, untergliedert in Ärztinnen und Ärzte, Pflegepersonal und spezielles therapeutisches Personal. Die Angaben sagen Patienten, welche Fachärztinnen und Fachärzte in einer Abteilung vorhanden sind, damit Sie sicher gehen können, dass eine auf Ihre Erkrankung spezialisierte Ärztin oder ein spezialisierter Arzt dort tätig ist.  

Der Teil C: "Qualitätssicherung":

Ein wichtiger Teil der Qualitätssicherung sind „einrichtungsübergreifende Maßnahmen“, auch „externe vergleichende Qualitätssicherung“ genannt, die die Qualität der Leistungen der Krankenhäuser messen und miteinander vergleichen. 

Die Qualität der erfassten Leistungen wird über ca. 190 Indikatoren  (nur 26 Indikatoren werden veröffentlicht) abgebildet, für die bundeseinheitlichen Richtwerte (Referenzbereiche) festgelegt sind. Liegt ein Krankenhaus mit einem Indikator außerhalb des vorgegebenen Referenzbereichs, gilt es als „rechnerisch auffällig“, Mit den rechnerisch auffälligen Krankenhäusern wird  im sogenannten „Strukturierten Dialog“ die Ursache der Auffälligkeit analysiert. Am Ende dieses Prozesses können Empfehlungen abgegeben werden. Im schlimmsten Fall  können sogar Behandlungsverträge gekündigt werden.

Im Abschnitt "Leistungsbereiche und Dokumentationsrate" (Teil C) des Qualitätsberichts stellen Krankenhäuser, die an den Maßnahmen der externen vergleichenden Qualitätssicherung teilnehmen, dar, wie hoch die Fallzahlen der erbrachten dokumentationspflichtigen Leistungen und die Dokumentationsraten im jeweiligen Leistungsbereich waren. Gefordert ist eine vollständige Dokumentation (Dokumentationsrate: 100 %). Dokumentationsraten von unter 80 % werden als mangelhaft eingestuft und mit finanziellen Abschlägen „bestraft“. So wird die Dokumentationspflicht gefördert.

Im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses wählte die BQS aus den rund 190 Qualitätsindikatoren der externen Qualitätssicherung 26 Indikatoren aus, die für die Veröffentlichung besonders geeignet sind. Das ist nur dann der Fall, wenn ein Qualitätsindikator „risikoadjustiert“ (= Risiko beachtend) sein kann. Denn nur so lassen sich anschließend die Endergebnisse sinnvoll miteinander vergleichen. Darüber hinaus hat die BQS die Qualitätsindikatoren zusammen mit den zugehörigen Leistungsbereichen in eine für Patientinnen und Patienten verständliche Sprache übersetzt.

Aus elf Leistungsbereichen (LB) werden insgesamt 26 Qualitätsindikatoren für alle Krankenhäuser dargestellt, so dass deren Ergebnisse untereinander vergleichbar sind.

 

Fazit:

Einzeln betrachtet erlaubt die Darstellung einer Leistung als Kompetenzdiagnose noch keine Aussage über die Behandlungsqualität. Sie kann jedoch als Hinweis darauf verstanden werden, dass ein Krankenhaus in dieser Fachabteilung nach seiner Selbsteinschätzung über besondere Erfahrung in der Behandlung des jeweiligen Krankheitsbildes verfügt.